Journalist im Portrait

Ivana Cucujkic: „Werbefuzzi würde mir auch taugen!“

Ivana Cucujkic, Chefin vom Dienst bei „biber“, der Stadtzeitung für Wiener der so genannten zweiten und dritten Generation, wurde zu Beginn des Jahres mit dem „Publizistikpreis für Interkulturellen Dialog“ ausgezeichnet. „biber“ erscheint sechs Mal jährlich kostenlos und zeigt jene spannenden und scharfen Facetten Wiens, die bisher in keiner deutschsprachigen Zeitschrift zu sehen waren.

Ivana Cucujkic, Chefin vom Dienst bei „biber“, der Stadtzeitung für Wiener der so genannten zweiten und dritten Generation, wurde zu Beginn des Jahres mit dem „Publizistikpreis für Interkulturellen Dialog“ ausgezeichnet.

 „biber“ erscheint sechs Mal jährlich kostenlos und zeigt jene spannenden und scharfen Facetten Wiens, die bisher in keiner deutschsprachigen Zeitschrift zu sehen waren.

1. Journalisten sind in der privilegierten Position, einen abwechslungsreichen Job auszuüben: Was gefällt Ihnen noch an Ihrem Beruf?

Die Freiheit zu haben, für ein breites Publikum – die Gesellschaft – aus von mir gewähltem Blickwinkel zu berichten. Aspekte hervorzuheben, die ich für relevant habe. Statt nur zu rezipieren. Bei „biber“ kommt hinzu, dass ich stark bei der Blattgestaltung mitwirken kann; Modestrecken, Editorials, Bildebene, Layout mit meinen Ideen gestalten.

2. Wo viel Licht ist, ist meist auch viel Schatten: Was sind die Schattenseiten des Journalistenberufs?

Lange Nächte. Zigarettenrauch. Unvermeidlicher Alkoholkonsum nach Arbeitsschluss. Freizeit geht drauf. Die Figur leidet.

3. Was treibt Sie in Ihrem Beruf als Journalist an?

Das Wissen, etwas besser zu können/kennen als andere. Die Überzeugung, abseits vom Mainstream Öffentlichkeit zu schaffen.

4. Wenn Sie Presseaussendungen zugeschickt bekommen, welche Themenfelder interessieren Sie da besonders und welche interessieren Sie überhaupt nicht?

Interessieren: Events im Bereich multiethnisch. Alles, was nicht eh schon im Vor-Magazin steht. News aus der Medien-Branche.

Nicht interessieren: Angebote zu Büromöbeln.

5. Wie werden Sie im Berufsalltag am liebsten mit PR-Aussendungen, Informationen und Einladungen versorgt?

Per Mail. Muss aber kurz sein, sonst lösch ich es. Fotos etc. nicht zum Upload als Link, sondern gleich in die Mail hinein. Bei CDs per Post.

6. An welchem Wochentag und zu welcher Tageszeit sind Sie in Ihrem Job am ehesten ansprechbar und wann sollte man Sie besser nicht kontaktieren?

Bin immer erreichbar, außer ich würg die Leitung ab. Das heißt, ich kann grad nicht. Bitte nicht vor 9 Uhr und sonntags!

7. Was können Sie in Zusammenhang mit PR-Agenturen gar nicht leiden?

Wenn die Message unverständlich ist. Und wenn sie ihre eigenen Kunden nicht kennen.

8. Können Sie sich an einen Fall erinnern, wo Sie sich ganz besonders über eine PR-Agentur oder PR-Stelle geärgert haben?

Jeder hat mal einen schlechten Tag.

9. Erinnern Sie sich auch an einen Fall, wo Sie sich ganz besonders über eine PR-Agentur oder eine PR-Stelle gefreut haben?

Nö.

10. Was zeichnet für Sie eine gute PR-Agentur oder einen guten PR-Berater aus?

Anliegen, Infos und Angebot kurz und schnell darzustellen.

11. Worauf sollten PR-Agenturen Ihrer Ansicht nach ihr Hauptaugenmerk in Sachen Medienarbeit legen?

Nicht um 1.000 Ecken kommunizieren.

12. Wie würden Sie Ihre Aufgabe bei „Biber“ charakterisieren?

Chefica vom Dienst, Chefica für alles. Think tank für Redaktion, Marketing, Planung. Aber wir machen hier eh alle alles.

13. Wofür steht „das biber“ und was macht es als Medium unverwechselbar?

„biber“ heißt auf Bosnisch/Kroatisch/Serbisch Pfeffer, auf Türkisch scharfes Gewürz (für Kebab). „biber“ steht für eine neue Generation (zweite, dritte Generation) der österreichischen Gesellschaft und der Medienlandschaft, für eine neue Vielfalt der multiethnischen Medien, „biber“ ist transnational, doppelkulturell, multilingual, urban und stylish.

14. Wenn Sie nicht Journalist wären, welchen Beruf würden Sie dann gerne ausüben?

Ich wusste nicht einmal bis nach der Matura, was ich hätte studieren können. Vielleicht Werbefuzzi. Das würde mir auch taugen.

Ad personam

Beruflicher Werdegang: 2003 – 2008 Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaft, 2006 – 2007 S.E.E.M.O. – South East Europe Media Organisation (Projekt-Koordinatorin, Media-Monitoring in SEE), seit 2007 Chefin vom Dienst bei „biber“

Geburtsdatum: 30. September 1983

Hobbys: Kochen, Volleyball, Mode, Skifahren, Laufen

Lieblingsort in Österreich: Kärntner Straße, Schönbrunn im Mai

Lieblingsort weltweit: Makrigialos auf Kreta

Lieblingsautor: Aleksandar Tisma

Lieblingsgetränk: echte! heisse Schokolade

Lieblingsessen: ich liebe es, zu essen. Da gibt es viel zu viel. Cevapi, Spaghetti Carbonara, Polenta mit Ziegenkäse, Lammspieße, Seezunge, gebackene Bananen mit Honig, Avokado-Maki, gebackene Ente in Orangenmantel … und, und, und.

Lieblingsfilm: aus der Kindheit: „Dirty Dancing“;
später: „Zikina dinastija“ (jugoslawische Komödie), „Noz“ (jugoslawischer Historienfilm), „American History X“, „Road to perdition“, und aktuell: „Madagaskar II“

Lieblingsschauspieler: Robert de Niro, Anica Dobra, Damon Hill, Nikola Koja, Marisa Tomei

Kontakt: cucujkic@dasbiber.at

„biber“-CvD Ivana Cucujkic mag PR-Agenturen, „die nicht um 1.000 Ecken kommunizieren“.

Über den Author

Redaktion

Schreiben Sie ein Kommentar