Journalist im Portrait

Als Journalist lernt man sich immer wieder selbst neu kennen

Katharina Zierl ist neue Chefredakteurin der „Tirolerin“. Zuletzt war Zierl im Tirol-Ressort der „Tiroler Tageszeitung“ als Redakteurin tätig.

Katharina Zierl ist neue Chefredakteurin der „Tirolerin“. Zuletzt war Zierl im Tirol-Ressort der „Tiroler Tageszeitung“ als Redakteurin tätig.

 

1. Journalisten sind in der privilegierten Position, einen abwechslungsreichen Job auszuüben: Was gefällt Ihnen noch an Ihrem Beruf?

Es ist in erster Linie die Begegnung mit den unterschiedlichsten Menschen, die eine große Bereicherung darstellt. Als Journalist lernt man sich dadurch immer wieder selbst neu kennen und entwickelt sich persönlich weiter.

 

2. Wo viel Licht ist, ist meist auch viel Schatten: Was sind die Schattenseiten des Journalistenberufs?

Es gibt immer wieder Versuche, Journalisten für bestimmte Zwecke zu instrumentalisieren. Das kostet bisweilen viel Energie, die man eigentlich für andere Aufgaben brauchen würde.

 

3. Was treibt Sie in Ihrem Beruf als Journalistin an? 

Die Herausforderung, Menschen mit sozial- und gesellschaftspolitisch relevanten Themen zu erreichen, Nachdenkprozesse anzuregen, Diskussionen auszulösen. Es kann aber auch sehr erfüllend sein, Leser mit Texten zum Schmunzeln oder zum Lachen zu bringen.

 

4. Wenn Sie Presseaussendungen zugeschickt bekommen, welche Themenfelder interessieren Sie da besonders und welche interessieren Sie überhaupt nicht?

Ich habe keine themenspezifischen Präferenzen. Gerade für Magazine ist der Lifestyle-Bereich jedoch besonders interessant.

 

5. Wie werden Sie im Berufsalltag am liebsten mit PR-Aussendungen, Informationen und Einladungen versorgt?

Kurz und knapp. Ewig lange Texte lenken nur vom Wesentlichen ab. PR-Aussendungen ohne blumige Detailbeschreibungen haben eine größere Chance, von Journalisten Beachtung zu finden. Dasselbe gilt für Einladungen – je prägnanter, desto besser.

 

6. An welchem Wochentag und zu welcher Tageszeit sind Sie in Ihrem Job am ehesten ansprechbar und wann sollte man Sie besser nicht kontaktieren?

Ganz früh am morgen muss man bei mir am ehesten mit der Mailbox rechnen. Zurückgerufen wird aber in jedem Fall.

 

7. Was können Sie in Zusammenhang mit PR-Agenturen gar nicht leiden?

Penetranz und fehlende Kompetenz.

 

8. Können Sie sich an einen Fall erinnern, wo Sie sich ganz besonders über eine PR-Agentur oder PR-Stelle geärgert haben?

Nein. Es gibt immer wieder Anlass für kurzen, aber schnell verfliegenden Ärger.

 

9. Erinnern Sie sich auch an einen Fall, wo Sie sich ganz besonders über eine PR-Agentur oder eine PR-Stelle gefreut haben?

Ich freue mich immer dann, wenn es eine PR-Agentur oder PR-Stelle versteht, mich mit genau den Informationen zu versorgen, die ich brauche.

 

10. Was zeichnet für Sie eine gute PR-Agentur oder einen guten PR-Berater aus?

Fachliche und soziale Kompetenz, Geduld, Offenheit, Genauigkeit und ein Gespür dafür, wann der Journalist kein Nachfragen und Drängen mehr aushält.

 

11. Worauf sollten PR-Agenturen Ihrer Ansicht nach ihr Hauptaugenmerk in Sachen Medienarbeit legen?

Auf das Wesentliche. Fünf Sätze mit komprimiertem Inhalt sind besser als Romane, die für den Journalisten viel unnütze Information enthalten.

 

12. Wie würden Sie Ihre Aufgabe bei der „Tirolerin“ charakterisieren?

Frischen Wind in das Magazin zu bringen. „Die Tirolerin“ definiert sich in erster Linie über Reportagen, Interviews und Trends. Gerade in der Regionalität liegt unsere große Stärke. Mein Ziel ist es, noch mehr aktuelle Themen und gesellschaftspolitische Inhalte in die „Tirolerin“ zu integrieren.

 

13. Wofür steht „Die Tirolerin“ in wenigen Worten und was macht sie als Medium unverwechselbar?

Das Magazin hat genau dieselben Merkmale wie eine Tirolerin im wahren Leben: Sie ist selbstbewusst, aber nicht arrogant. Modern, aber nicht von modischen Diktaten abhängig. Sie verfolgt eine klare Linie, ohne ihr Bauchgefühl zu vernachlässigen. „Die Tirolerin“ ist vor allem auf der ganzen Linie echt.

 

14. Wenn Sie nicht Journalist wären, welchen Beruf würden Sie dann gerne ausüben?

Ich übe meinen Job jeden Tag mit Leidenschaft und positiver Energie aus. Über Alternativjobs mache ich mir erst Gedanken, wenn es nötig ist.

 

 

Ad personam

Beruflicher Werdegang: Studium der Kommunikationswissenschaften in Salzburg. Danach Tätigkeit als freie Journalistin bei den „Tiroler Bezirksblättern“. Anschließend zehn Jahre Redakteurin in diversen Ressorts bei der „Tiroler Tageszeitung“. Seit März 2015 Chefredakteurin der „Tirolerin“.

Geburtsdatum: 19 September 1982

Hobbys: Lesen und Schreiben

Lieblingsort in Österreich: Nicht der Ort, die Stimmung ist entscheidend

Lieblingsort weltweit: siehe oben

Lieblingsautor(en): Sibylle Berg, Juli Zeh, Monika Maron

Lieblingsgetränk: Prosecco

Lieblingsessen: Rinderfiletsteak

Lieblingsfilm(e): „21 Gramm“, „Melancholia“, „About Schmidt“, „Das Glücksprinzip“

Lieblingsschauspieler: Sean Penn, Adrien Brody, Benicio del Toro

Neue Chefredakteurin Tirolerin

 

Katharina Zierl ist Chefredakteurin der „Tirolerin“: „Gerade in der Regionalität liegt unsere große Stärke.“

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