Journalist im Portrait

Frank Staud: „Bitte kein aufdringliches Nachhaken!“

Frank Staud ist seit 1. November 2005 alleiniger Chefredakteur der „Tiroler Tageszeitung“. Davor werkte der gebürtige Innsbrucker bei Privatradios, im Eventmarketing, als Anzeigenverkäufer, Chef seiner eigenen PR-Agentur und Wirtschaftsredakteur.

Frank Staud ist seit 1. November 2005 alleiniger Chefredakteur der „Tiroler Tageszeitung“. Davor werkte der gebürtige Innsbrucker bei Privatradios, im Eventmarketing, als Anzeigenverkäufer, Chef seiner eigenen PR-Agentur und Wirtschaftsredakteur.

1. Was ist aus Ihrer Sicht das Schönste am Beruf des Journalisten?

Informationen für die breite Öffentlichkeit aufzuarbeiten und einzuordnen.

2. Was ist aus Ihrer Sicht das Schlimmste am Beruf des Journalisten?

Es gibt aus meiner Sicht nichts Schlimmes.

3. Sie bekommen sicher eine Menge Presseaussendungen: Welchen Themen interessieren Sie da ganz besonders?

Aus unserer Position als die regionale Tageszeitung Tirols heraus natürlich Themen mit Tirolbezug – die aber aus jedem Bereich.

4. Welche Presseaussendungen sind für Sie gar nicht verwertbar?

Unpersönliche Massenmailings.

5. Wie werden Sie am liebsten mit Informationen und Einladungen versorgt?

Per Mail.

6. Was zeichnet aus Ihrer Sicht eine gute PR-Agentur aus?

Sie kennt die Spielregeln des Journalismus.

7. Was sollte ein PR-Verantwortlicher tunlichst vermeiden?

Aufdringliches Nachhaken.

8. Orten Sie mitunter handwerkliche Fehler bei Presseaussendungen?

Sehr viele. Z. B. völlig unübersichtlicher Aufbau der Aussendungen und Fehlen der Ausrichtung auf eine bestimmte Zielgruppe.

9. Gibt es etwas was Sie im Zusammenhang mit PR-Agenturen ärgert?

Wenn zu einem Thema mehrere Ressorts kontaktiert werden.

10. Wann – an welchem Wochentag, zu welcher Tageszeit – sind Sie im Ihrem Job am ehesten ansprechbar, wann gar nicht?

Täglich zwischen 9 und 11 Uhr bin ich gut erreichbar – ab 15 Uhr sehr schwer.

11. Was halten Sie vom so genannten „Nachrufen“, also dem Nachfassen von Seiten der PR-Agenturen, ob man denn eine Presseaussendung „eh erhalten“ habe oder „eh an einer Pressekonferenz teilnehmen“ werde?

Das ist in meinen Augen dilettantisch.

12. Wie stehen Sie persönlich zu Journalisten-Reisen, aufwendigen Einladungen und wertvollen Geschenken?

Ich lehne diese zweifelhaften Methoden ab.

13. Wie würden Sie Ihre Aufgabe bei der TT charakterisieren?

Gesamtverantwortlicher für alle redaktionellen Bereiche: Print, Online und Radio

14. Wofür steht die TT in wenigen Worten? Was ist der USP des Mediums?

Meinungs- und Themenführer des Landes. Eine der führenden Tageszeitungen Österreichs.

15. Ihr Bezug zur Medienbeobachtung?

Ich halte Medienbeobachtung für sehr wichtig. Sowohl für die Medien selbst, als auch die Auftraggeber.

Ad personam

Beruflicher Werdegang: Nach der Matura 1989 Beginn der Karriere im Journalismus bei der Austria Presse Agentur (APA) in Innsbruck dann Wechsel zum Privatradio. Chefredakteur bei Antenne Austria in Innsbruck, der Sender strahlte von Sterzing (Südtirol) nach Innsbruck. 1993 Wechsel in die Werbebranche, Schwerpunkt Marketing im Tourismus. Sammelte dort auch Erfahrung als Kontakter und Anzeigenverkäufer. In weiterer Folge: Konzeption und strategische Planung von Kampagnen. 1995 Gründung einer eigenen Firma: Franks PR- und Eventmarketing. Dort zwei Schwerpunkte: Gründungschefredakteur des monatlichen Wirtschaftsmagazins „Wirtschaft im Alpenraum“ und Snowboard, unter anderem Pressesprecher und später Geschäftsführer der Austrian Snowboard Association. Pressechef beim ersten Olympiaauftritt der Snowboard-Mannschaft in Nagano. Parallel Pressechef für die Agentur von Franz Wohlfahrt WIP beim Swatch Soul City Vienna 1997 und 1998 in Wien (jeweils 60.000 Zuschauer), größter Snowboardevent der Welt.

Wechsel mit 1. September 1999 zur „Tiroler Tageszeitung“ als Leiter der Wirtschaftsredaktion. Seit 2001 zusätzlich verantwortlich für die Landespolitik. Seit 1. Juni 2004 stellvertretender Chefredakteur der „Tiroler Tageszeitung“. Verantwortlich zusätzlich für die Bereiche Tirol Regional und Lokal sowie Magazin. Ab 1.Jänner 2005 in Doppelfunktion stellvertretender Chefredakteur der „Tiroler Tageszeitung“ und Chefredakteur der „NEUE – Zeitung für Tirol“ (bis 30.Oktober 2005). Seit 1. November 2005 ist Staud alleiniger Chefredakteur der „Tiroler Tageszeitung“ (www.tt.com).

Familienstand: geschieden, zwei Töchter

Sternzeichen: Jungfrau

Geburtsdatum: 14. September 1969

Lieblingsmusiker: Fendrich, Ambros

Lieblingsfilmstar: John Cleese

Lieblingsort in Österreich: Die Berge zum Skifahren in Serfaus-Fiss-Ladis

Lieblingsort weltweit: Santorin und New York

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