Journalist im Portrait

„Man lernt sehr viele sehr spannende Leute und Dinge kennen!“

Georg Holzer wurde im Rahmen der Ehrung der Journalisten des Jahres durch den Fachtitel „Der österreichische Journalist“ in der Sparte „Wer ist in den Bundesländern aufgefallen?“ geehrt. Hervorgehoben wurde dabei Holzer „besondere Recherche abseits gängiger Wege“.

Georg Holzer wurde im Rahmen der Ehrung der Journalisten des Jahres durch den Fachtitel „Der österreichische Journalist“ in der Sparte „Wer ist in den Bundesländern aufgefallen?“ geehrt. Hervorgehoben wurde dabei Holzer „besondere Recherche abseits gängiger Wege“.

1. Journalisten sind in der privilegierten Position, einen abwechslungsreichen Job auszuüben: Was gefällt Ihnen noch an Ihrem Beruf?

Einen winzig-kleinen Beitrag für eine bessere Welt machen zu können. Den „Mächtigen“ ein wenig die Grenzen aufzuzeigen, indem ich sie behandle, wie „unseren Angestellten“. Und man lernt sehr viele sehr spannende Leute/Dinge kennen, zu denen nicht jeder Zugang hat.

2. Wo viel Licht ist, ist meist auch viel Schatten: Was sind die Schattenseiten des Journalistenberufs?

Ein wenig abgehoben kann man schnell werden, wenn man nicht aufpasst. Zudem ist es ein Job, der kaum Freizeit kennt und (als Freier) oft nicht rauschend bezahlt wird.

3. Was treibt Sie in Ihrem Beruf als Journalist an?

Das Feedback der Leser und der Wille, immer mehr und mehr „Eyeballs“ in die richtige Richtung gelenkt zu haben.

4. Wenn Sie Presseaussendungen zugeschickt bekommen, welche Themenfelder interessieren Sie da besonders und welche interessieren Sie überhaupt nicht?

Mich interessieren gar keine Presseaussendungen. Ich bestelle alle ab, weil sie leider allzu oft kaum bis keinen Nutzen für mich haben. So manche Agentur schickt einfach alles an alle. Was soll ich mit PR für Babynahrung, Kinderspielzeug, Schigebieten oder Autos anfangen? So bekomme ich lieber gar nichts als alles. Das wirklich Wichtige findet immer seinen Weg zu mir!

5. Wie werden Sie im Berufsalltag am liebsten mit PR-Aussendungen, Informationen und Einladungen versorgt?

Gar nicht.

6. An welchem Wochentag und zu welcher Tageszeit sind Sie in Ihrem Job am ehesten ansprechbar und wann sollte man Sie besser nicht kontaktieren?

Montag oder Dienstag. Weil da noch nicht alles zementiert ist.

7. Was können Sie in Zusammenhang mit PR-Agenturen gar nicht leiden?

Nachtelefonieren, um zu fragen, ob die Aussendung wohl angekommen ist.
8. Können Sie sich an einen Fall erinnern, wo Sie sich ganz besonders über eine PR-Agentur oder PR-Stelle geärgert haben?

Das war als mich eine Agentur bei einem Amerika-Aufenthalt angerufen hat und mich gefragt hat, ob die Aussendung wohl angekommen ist.

9. Erinnern Sie sich auch an einen Fall, wo Sie sich ganz besonders über eine PR-Agentur oder eine PR-Stelle gefreut haben?

Bekomme von Microsoft immer eine Geburtstagstorte. Freut mich immer, auch wenn’s ein Geschenk ist, das ich so eigentlich nicht annehmen will. Oder wenn man in der Provinz ähnlich erst genommen wird als in Wien. Kann mich erinnern, dass ich tatsächlich einmal eine exklusive Geschichte verraten bekam – vor den Wiener Kollegen.

10. Was zeichnet für Sie eine gute PR-Agentur oder einen guten PR-Berater aus?

Wenn man das Gefühl hat, dass einem die Wahrheit erzählt wird. Wenn nicht nur in Superlativen oder rosaroten Adjektiven über das Unternehmen berichtet wird, sondern durchaus der Schatten erwähnt wird. Kein Unternehmen ist immer nur perfekt und supertoll.

11. Worauf sollten PR-Agenturen Ihrer Ansicht nach ihr Hauptaugenmerk in Sachen Medienarbeit legen?

Besser filtern, nicht jeden ansprechen, den man sieht. Gezielte Kommunikation statt Rundumschläge. Ich will in jeder Presseaussendung eine einfache Möglichkeit sehen, mich von der Liste herunternehmen zu lassen. Ein solcher Unsubscribe-Link wäre super!

12. Wie würden Sie Ihre Aufgabe bei der „Kleinen Zeitung“ charakterisieren?

Ich schreibe Technik-Inhalte, habe dafür einen – allerdings stets dünner werdenden – Fixplatz am Sonntag. Darüber hinaus versuche ich Technik-Inhalte so oft wie möglich ins Blatt zu bringen, weil ich meine, das das wichtig ist.

13. Wofür steht die „Kleine Zeitung“ in wenigen Worten und was macht sie als Medium unverwechselbar?

Regional verankert mit viel Qualität auf relativ wenig Platz. Für mich die beste Regionalzeitung Österreichs und in vielem den „Qualitätsblättern“ in Wien überlegen.

14. Wenn Sie nicht Journalist wären, welchen Beruf würden Sie dann gerne ausüben?

Architekt – ich würde große Dinge bauen wollen, die ihre Umgebung verändern. Oder Informatiker – einer der kreativsten Berufe überhaupt. Ich hätte zahllose Ideen für tolle Dienste/Apps, nur kann ich keine Zeile Code programmieren.

Ad personam

Beruflicher Werdegang: HAK, Studium der Betriebswirtschaft (nicht abgeschlossen), nach viel zu teurem Auslandssemester bei der „Kleinen Zeitung“ in der Kärntner Wirtschaftsredaktion als freier Mitarbeiter begonnen. Seither auch tätig für den Heise Verlag, die „Tiroler Tageszeitung“ oder den „Kärntner Monat“. Daneben publiziere ich auch online – etwa unter www.digirati.eu

Geburtsdatum: 5. März 1973

Hobbys: IT, Fotografie, Wandern im Sommer

Lieblingsort in Österreich: Die wenigen ruhigen und zugänglichen Flecken am Wörthersee

Lieblingsort weltweit: Das Silicon Valley wegen seiner unendlichen Offenheit.

Lieblingsautor: Lawrence Lessig

Lieblingsgetränk: Caipirinha, den eigenen.

Lieblingsessen: Panierte Champignons

Lieblingsfilm: „The Man Who Sued God“

Lieblingsschauspieler: Billy Connolly, hervorragender Komiker aus Schottland, kennt bei uns niemand.

„Kleine Zeitung“-Redakteur Georg Holzer mag den schottischen Komiker Billy Connolly und hätte gern „in jeder Presseaussendung eine einfache Möglichkeit sehen, mich von der Liste herunternehmen zu lassen“.

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