Journalist im Portrait

„Mein Beruf bereichert mein Leben“

Anneliese Ringhofer ist Chefin vom Dienst und Mitglied der Chefredaktion des Männerlifestylemagazins „WIENER“. Was sie an PR-Agenturen gar nicht mag, ist „das Berechnende im persönlichen Umgang“.

Anneliese Ringhofer ist Chefin vom Dienst und Mitglied der Chefredaktion des Männerlifestylemagazins „WIENER“. Was sie an PR-Agenturen gar nicht mag, ist „das Berechnende im persönlichen Umgang“.

  1. Journalisten sind in der privilegierten Position, einen abwechslungsreichen Job auszuüben: Was gefällt Ihnen noch an Ihrem Beruf?

Jeder Tag bringt neue Erkenntnisse, neues Wissen, neue Menschen in mein Leben. Nach meiner Matura an einer Tourismusschule wurde mir schnell klar: Ich will einen Beruf ausüben, bei dem ich nicht nur menschlich, sondern auch geistig gefordert bin. Also studierte ich Germanistik an der Uni Wien – mit dem Ziel, den Lehrer_innenberuf zu ergreifen. Ich entschied mich dann doch dagegen und kombinierte das Germanistik-Studium mit Publizistik. Das war eine gute Entscheidung.

 

  1. Wo viel Licht ist, ist meist auch viel Schatten: Was sind die Schattenseiten des Journalistenberufs?

Zunächst: mein Beruf bereichert mein Leben. Dass ich auch abseits des Jobs im „Einsatz“ bin, empfinde ich als etwas Positives, da es dem geistigen Stillstand entgegenwirkt – egal, ob ich etwas lese oder mich mit Menschen unterhalte und dadurch recherchiere und Themen sammle. Zu den Schattenseiten zählen – wie in vielen Branchen – die stetig sinkenden Honorare. Wohin sich der Journalismus in Zukunft entwickeln wird, bleibt spannend. Als schwierig erachte ich etwa, wie weit sich die Grenzen zwischen Journalismus und Marketing verwischen werden.

 

  1. Was treibt Sie in Ihrem Beruf als Journalist an? 

Die verschiedenen Prozesse, durch die man geht, machen die Arbeit zu einer Herausforderung. Und ich beschäftige mich sehr gerne mit Sprache. Was mich besonders antreibt, ist Neugierde, Wissbegierde und positives Feedback auf meine Texte.

 

  1. Wenn Sie Presseaussendungen zugeschickt bekommen, welche Themenfelder interessieren Sie da besonders und welche interessieren Sie überhaupt nicht?

Alles, was die Welt schöner und menschlicher macht, schau ich mir gerne genauer an, die restlichen Aussendungen durchforste ich emotionslos und professionell.

 

  1. Wie werden Sie im Berufsalltag am liebsten mit PR-Aussendungen, Informationen und Einladungen versorgt?

Schriftlich via E-Mail.

 

  1. An welchem Wochentag und zu welcher Tageszeit sind Sie in Ihrem Job am ehesten ansprechbar und wann sollte man Sie besser nicht kontaktieren?

Ganz verschieden, da ich jedoch als Chefin vom Dienst ständig am Organisieren bin oder in die Schlussredaktion vertieft, bin ich oft telefonisch schlecht erreichbar.

 

  1. Was können Sie in Zusammenhang mit PR-Agenturen gar nicht leiden?

Das Berechnende im persönlichen Umgang.

 

  1. Können Sie sich an einen Fall erinnern, wo Sie sich ganz besonders über eine PR-Agentur oder PR-Stelle geärgert haben?

Nein.

 

  1. Erinnern Sie sich auch an einen Fall, wo Sie sich ganz besonders über eine PR-Agentur oder eine PR-Stelle gefreut haben?

Dass mir im Laufe meiner journalistischen Karriere von einigen PR-Agenturen die Möglichkeit geboten wurde, an wirklich schönen Pressereisen teilzunehmen und Interviews mit interessanten Persönlichkeiten zu führen.

 

  1. Was zeichnet für Sie eine gute PR-Agentur oder einen guten PR-Berater aus?

Distanzierte, präzise Kommunikation was die Sache betrifft, Empathie was das Zwischenmenschliche betrifft.

 

  1. Worauf sollten PR-Agenturen Ihrer Ansicht nach ihr Hauptaugenmerk in Sachen Medienarbeit legen?

Auf Individualität beim Zugang zu den verschiedenen Medien.

 

  1. Wie würden Sie Ihre Aufgabe beim „WIENER“ charakterisieren?

Ich bin die integrative Person in einer größtenteils von Männern bevölkerten Redaktion, und koordiniere redaktionelle Inhalte, kreative Prozesse und Produktionsabläufe.

 

  1. Wofür steht der „WIENER“ in wenigen Worten und was macht es als Medium unverwechselbar?

Der „WIENER“ ist Österreichs einziges Männermagazin und bietet laut Claim „Alles für Er“. Der „WIENER“ steht für qualitätsvolle Texte, gute Recherche, redaktionelle Überraschungen.

 

  1. Wenn Sie nicht Journalistin wären, welchen Beruf würden Sie dann gerne ausüben?

Kinderpsychologin oder Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache

 

Ad personam

Beruflicher Werdegang: Chef vom Dienst Jugendlifestylemagazin „IQ“ (später „IQ Style“); Stellvertretende Chefredakteurin sowie Chef vom Dienst Megacard Onlineredaktion, Modemagazin „DIVA“ und Designmagazin „H.O.M.E.“; Schlussredakteurin bei „FIRST“; Redaktionsleitung UCM Verlag Corporate Publishing Salzburg; einige Jahre freie Journalistin und Texterin; seit Jänner 2016 Mitglied der Chefredaktion „WIENER“ (Chef vom Dienst).

Geburtsdatum: 21. Jänner 1969

Hobbys: Lesen, zuhören und beobachten

Lieblingsort in Österreich: Wien Favoriten und die Berge, Wälder und Wiesen meiner Kindheit

Lieblingsort weltweit: Berlin, Florenz, New York und Rio de Janeiro, alle vier Orte verbinden mich mit Menschen aus meinem privaten Umfeld

LieblingsautorIn: Friederike Mayröcker, Siri Hustvedt, Sibylle Berg, Franz Kafka

Lieblingsgetränk: Türkischer Schwarztee, italienischer Ristretto, Leitungswasser

Lieblingsessen: Kaiserschmarrn mit Zwetschkenröster

Lieblingsfilm: „Buffalo 66“, „Wild at Heart“

LieblingsschauspielerIn: Sophie Rois

Anneliese Ringhofer

Anneliese Ringhofer ist Chefin vom Dienst des Männer-Lifestyle-Magazins „WIENER“. (c) Andreas Hechenberger

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