Journalist im Portrait

Es gibt keine Themen, die mich nicht interessieren

Susanne Wurm ist Chefredakteurin und Verlegerin des oberösterreichischen Wirtschaftsmagazin „Die Macher“. Nichts findet Wurm ärgerlicher, als wenn Dinge „schöngeschrieben“ oder „großgemacht“ werden.

Susanne Wurm ist Chefredakteurin und Verlegerin des oberösterreichischen Wirtschaftsmagazin „Die Macher“.Nichts findet Wurm ärgerlicher, als wenn Dinge „schöngeschrieben“ oder „großgemacht“ werden.

1. Journalisten sind in der privilegierten Position, einen abwechslungsreichen Job auszuüben: Was gefällt Ihnen noch an Ihrem Beruf?

Erstens: Hautnah an den Themen zu sein – und diese von verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und hinterfragen. Zweitens: Die Interaktion mit verschiedensten Menschen – ein Interview ist so viel mehr als ein Frage-Antwort-Spiel, es ist das gegenseitige Aufbauen von Vertrauen, das aus einer Befragung ein Gespräch macht.

2. Wo viel Licht ist, ist meist auch viel Schatten: Was sind die Schattenseiten des Journalistenberufs?

Abschalten ist schwierig. Weil sich die Welt nicht nur zwischen 8 und 17 Uhr dreht, man muss quasi immer die Augen und Ohren offen halten. Aber wenn man diesen Beruf mit Leidenschaft ausübt, dann macht das Spaß.

3. Was treibt Sie in Ihrem Beruf als Journalist an?

Ich sehe mich gerne als Dienstleister für unsere Leser – spannende Themen zu finden, diese überraschend anders betrachten, sämtliche Informationen dazu sammeln und schließlich für den Leser mit lebendiger Sprache erlebbar machen, das ist die schönste und gleichzeitig auch größte Herausforderung.

4. Wenn Sie Presseaussendungen zugeschickt bekommen, welche Themenfelder interessieren Sie da besonders und welche interessieren Sie überhaupt nicht?

Es gibt keine Themen, die mich nicht interessieren – gerade hinter vermeintlich uninteressanten Themen verstecken sich oft Aspekte, die spannende Inhalte bieten können.

5. Wie werden Sie im Berufsalltag am liebsten mit PR-Aussendungen, Informationen und Einladungen versorgt?

Authentisch! Nichts ist ärgerlicher, als wenn Dinge „schöngeschrieben“ oder „großgemacht“ werden. Wichtig auch: Schon in der Betreff-Zeile des e-mails kurz und bündig erklären worum’s (wirklich) geht. Kein Journalist hat Zeit, jedes e-mail zu öffnen und darin geduldig zu suchen, was eigentlich das Thema ist.

6. An welchem Wochentag und zu welcher Tageszeit sind Sie in Ihrem Job am ehesten ansprechbar und wann sollte man Sie besser nicht kontaktieren?

Das ist ganz verschieden.

7. Was können Sie in Zusammenhang mit PR-Agenturen gar nicht leiden?

Eine General-Abfertigung aller Medien. Auch wenn’s aufwändig ist und durchaus Kreativität fordert – wenn man merkt, dass sich eine PR-Agentur Gedanken macht, welcher Aspekt eines Themas für das jeweilige Medium spannend ist, dann wird man als Journalist zumindest aufmerksam damit umgehen.

8. Können Sie sich an einen Fall erinnern, wo Sie sich ganz besonders über eine PR-Agentur oder PR-Stelle geärgert haben?

Ein konkreter Fall fällt mir jetzt nicht ein, aber nichts ist unpassender als ein dramatisches Seufzen als Antwort auf die Bitte, dass man diese oder jene Informationen so rasch wie möglich braucht.

9. Erinnern Sie sich auch an einen Fall, wo Sie sich ganz besonders über eine PR-Agentur oder eine PR-Stelle gefreut haben?

Ich freue mich immer, wenn PR-Berater höchst bemüht sind, Informationen und/oder Bildmaterial so schnell und unkompliziert wie möglich zu übermitteln.

10. Was zeichnet für Sie eine gute PR-Agentur oder einen guten PR-Berater aus?

Er kennt sämtliche Medien und weiß daher, welche Themen und vor allem welche Aspekte von verschiedenen Themen für das jeweilige Medium interessant sind.

11. Worauf sollten PR-Agenturen Ihrer Ansicht nach ihr Hauptaugenmerk in Sachen Medienarbeit legen?

Das Bereitstellen von Informationen – individuell abgestimmt auf das jeweilige Medium.

12. Wie würden Sie Ihre Aufgabe bei „Die Macher“ charakterisieren?

Spannend und vielfältig, weil das Thema Wirtschaft unglaublich lebendig ist. Herausfordernd, weil wir großes Augenmerk auf höchste Qualität legen. Kreativ, weil ich jeden Tag neue Ideen erschaffen und umsetzen kann. Bereichernd, weil ich tagtäglich mit verschiedensten Menschen ins Gespräch komme. Erfüllend, weil Schreiben meine große Leidenschaft ist.

13. Wofür steht das Magazin „Die Macher“ in wenigen Worten und was macht es als Medium unverwechselbar?

Macher sind Menschen, die etwas bewegen, verändern, schaffen. Genau diese Menschen wollen wir in unserem Magazin zeigen. Weil Wirtschaft sehr viel mehr ist als Zahlen und Daten – wir liefern nicht nur die Ergebnisse, sondern beschreiben die Rechnung davor. Das heißt, wir blicken hinter die Kulissen, hinter die Unternehmen und sehen uns Themen von verschiedenen Blickwinkeln an. „Die Macher“ soll beweisen, dass Wirtschaft alles andere als trocken ist.

14. Wenn Sie nicht Journalistin wären, welchen Beruf würden Sie dann gerne ausüben?

Drehbuchautorin.

 

Ad personam

Beruflicher Werdegang: Während meinem Wirtschaftsstudium an der JKU in Linz (bis 2005) sammelte ich Berufserfahrung im Bankenbereich, danach startete ich meine journalistische Karriere in der Zentralredaktion der damaligen „OÖ Rundschau“. Gleichzeitig absolvierte ich die Oberösterreichische Journalistenakademie. 2009 nahm ich das Angebot, Chefredakteurin des Magazins „Die Oberösterreicherin“ zu werden, an und erlebte eine sehr spannende Zeit, in der ich viele meiner Ideen umsetzen konnte. 2012 machte ich mich selbständig und gründete gemeinsam mit Alexandra Auböck und David Böhm den Editoriaverlag – im Dezember 2012 erschien die erste Ausgabe des Wirtschaftsmagazins „Die Macher“.

Geburtsdatum: 15. März 1983

Hobbys: Lesen, Schauspielen, Sport, Reisen (am liebsten gemeinsam mit meiner Familie)

Lieblingsort in Österreich: Sämtliche Orte, die an einem See liegen.

Lieblingsort weltweit: Die Liste ist lange und bestimmt noch nicht vollständig. Wobei die meisten dieser Orte in Italien sind.

Lieblingsautor: Jede Menge! Zum Beispiel Paolo Coelho, Gustave Flaubert, Zeruya Shalev, Astrid Rosenfeld

Lieblingsgetränk: Im Alltag Wasser. In gemütlicher Gesellschaft Weißwein.

Lieblingsessen: Fast alles, das frisch und natürlich ist.

Lieblingsfilm: Viele! Unter anderem: „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“

Lieblingsschauspieler: Susanna Bihari

Susanna_Wurm_2014

Susanne Wurm ist Chefredakteurin und Verlegerin des oberösterreichischen Wirtschaftsmagazin „Die Macher“.

 

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